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  • Melina

INTERVIEW MIT MONIKA NONNENMACHER.


Liebe Monika, vor über 30 Jahren hast Du angefangen zu fotografieren. Zu einer Zeit, als die handwerkliche Fotografie noch viel stärker war und der Beruf von wenigen Profis ausgeführt wurde. Hast Du eine fotografische Ausbildung?

Ich habe eine klassische Handwerksausbildung gemacht- 3 Jahre zur Fotografengesellin. Danach habe ich einige Jahre als Assistentin gearbeitet. Nebenher habe ich eigene Kunden gehabt, so dass ich irgendwann den Schritt zur reinen Selbstständigkeit gewagt habe. Den ich bis heute nicht bereue;-


Welche handwerkliche Entwicklung hast Du erlebt?

Während meiner Ausbildung bei einem renommierten Fotografenehepaar in Köln habe ich noch selbst s/w Entwickler angesetzt, Schwarz-Weiss- & Farbvergrößerungen in der Dunkelkammer gemacht. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Der Übergang zur digitalen Fotografie ging wirklich schnell. Es gab Zeiten, da hatten plötzlich alle eine digitale Kamera und glaubten jetzt die Fotos selbst machen zu können. „Fotografen- brauchen wir nicht“. Doch zur Fotografie gehört viel mehr als nur das Equipment. Gerade im Bereich Portrait/ Menschen macht die Technik vielleicht 20% aus. Der Rest ist Empathie, Neugier, Einfühlungsvermögen. Was nicht heißen soll, dass man die handwerklichen Grundlagen nicht beherrschen sollte. Die sind essenziell, um die Bildkomposition umzusetzen, die man im Kopf hat.


Seit 2008 hast Du dein eigenes Atelier in Köln. Was sehen wir dort, wenn wir es besuchen?

In meinem Atelier gibt es einen Bereich für Portraits mit verschiedenen Hintergründen. Auf der anderen Seite gibt es dort auch einen Arbeitsplatz, um zum Beispiel Bilder zu rahmen. Und natürlich Lampen, Stative, Requisiten- von einer Seifenblasenmaschine bis hin zu diversen Hölzern oder auch einem dicken Basaltstein… Hintergrund für ein Uhrenshooting.


Welche Arten von Fotos bietest Du an?

Meine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Menschen, Industrie & Stills. Von Portraits & Unternehmensportraits, bei denen sowohl die Mitarbeiter:innen als auch die Räume und Stimmungen fotografiert werden, über große und kleine Produkte, bis zu Industriehallen – die Vielseitigkeit ist für mich jeden Tag aufs neue das, was meinen Job so spannend macht und nie langweilig werden lässt.


Welche Services sind damit verbunden?

Neben den alltäglichen Arbeiten wie Vorbereitung der Aufnahmen, Terminabsprachen, Bildauswahl, Bildbearbeitung, freue ich mich jedes Mal, mich auf die Menschen, die Technik, die Gegebenheiten einzustellen, jemand oder etwas Neues kennenzulernen.


Was fotografierst Du am liebsten?

Als allererstes sind es Menschen. In ihren Umgebungen, was sie ausmacht, wofür sie stehen. Aber ich liebe es auch zum Beispiel in Industriehallen zu fotografieren, in Bereiche zu kommen, die ich sonst nie kennengelernt hätte- das ist oft wie bei „Die Sendung mit der Maus“… ich darf alles fragen, vieles sehen- bei einigen Kunden gilt aber, nur gucken, nichts anfassen;-)


2020 haben wir mit unseren Lieferanten über 20 einzigartige Kunstwerke entwickelt, die es galt, besonders in Szene zu setzen. Du hast damals die Kunstwerke geshootet und das Ergebnis waren perfekte Bilder.

Welchen Stellenwert haben analoge Kameras für Dich?

In der analogen Fotografie liegen meine Wurzeln (mit 16 Jahren hatte ich meine eigene Dunkelkammer im Keller). Zu denen kehre ich immer wieder gerne mal zurück. Die digitale Fotografie erleichtert die „normalen“ Jobs und ist auch nicht wegzudenken. Aber für freie Projekte liebe ich es sehr, mit meinen analogen Kameras zu arbeiten. Das entschleunigt, ist konzentrierter und fokussierter. Man sieht das Ergebnis erst nach einigen Tagen. Das fordert Geduld. Und die Bildsprache ist eine andere. Das gilt für Portraits genau so wie für Landschaftsaufnahmen, die ich mit meiner analogen Panoramakamera fotografiere. Ich habe mich total gefreut, dass cyber-Wear sich bei dem tollen Projekt auf die analoge Fotografie eingelassen hat. Die Ergebnisse heben noch mal die Besonderheiten der einzelnen Kunstwerke hervor.


Welches Kunstwerk hat Dir am besten gefallen und warum?

Puh- keine leichte Aufgabe sich zu entscheiden. Die große Vielfalt und die unterschiedlichen Ansätze haben mich total überrascht und beeindruckt. Wenn ich mich entscheiden muß…. „unhackable“. Ich schreibe selbst immer noch viel und gerne handschriftlich - z.B. Konzepte für freie Arbeiten und to-do Listen in Notizbüchern. Auch da ist es wieder… Analoges Arbeiten;-


Wenn Du ein architektonisches Objekt wärst, welches wäre das?

Ein offener Pavillon in einem schottischen Garten mit Blick aufs Meer.







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