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  • Melina

SILVIA MOVES TO NYC .

Aktualisiert: Apr 20

Im Interview – Silvia Pallaro – Country Manager North America Atlantis.







Wir haben Silvia, die in der vermeintlich unglücklichsten Zeit, der aktuellen Corona Pandemie,

den großen Schritt über den Teich gewagt hat, gebeten, uns ihre ersten Tage und Wochen im

Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu beschreiben. Silvia gewährt uns interessante Ein

blicke in ihren neuen Alltag in New York City.

2013 war ich zum ersten Mal in New York City am Big Apple, um dort ein Praktikum im

Rahmen meines Studiums an der Università Ca’ Foscari di Venezia zu absolvieren. Seitdem

war New York immer einer meiner großen Träume: Ich träumte davon, eines Tages in dieser

magisch wie gleichermaßen faszinierenden Stadt leben zu können, zusammen mit dem Mann, der hier zwischen den Straßen und Alleen des Big Apple mein Herz erobert hatte. 8 Jahre später bin ich nun hier und schreibe aus einer kleinen, aber gemütlichen Wohnung in der Upper

East Side. Sicherlich gab es einige Schwierigkeiten, jede Menge Papierkram und Unannehmlichkeiten, um überhaupt hierher zu kommen. Nicht zuletzt eine weltweite Pandemie, die

beinahe fast alle meine persönlichen und beruflichen Pläne zunichte gemacht hätte.


Wie sich das für einen Italiener bzw. eine Italienerin gehört, war und bin ich noch immer sehr an meine Familie, meine Stadt und ja, auch an meine Arbeit gebunden. Mein bisheriges Leben konzentrierte sich auf einen Umkreis von 30 km zwischen den Provinzen Treviso und Venedig. Der große Schritt über den Teich zu gehen war sicherlich nicht einfach. Die Gedanken an Freunde und Familie, die man zurücklässt, die Angst vor einem globalen Virus, die Angst vor dem Misserfolg, dem Aufwand der Vorbereitungen und letztlich auch die Erwartungen der Verwandten, Freunde, meines Mannes und schließlich meiner Chefs lassen einen nicht los. All diese Dinge gehen einem durch den Kopf, bevor, während und nachdem man sich dazu entschlossen hat, diesen Schritt zu wagen.


Nachdem ich mein Visum erhalten hatte, mein Leben und auch meine Arbeit in 12 Kartons gepackt hatte und mich zu Hause in Quarantäne begeben und jeden Monat getestet hatte, kam ich dann letztlich irgendwann in einem sehr kalten und schneebedeckten New York an. Die ersten Wochen, die ich in Brooklyn dann nochmals in Quarantäne verbringen musste, waren surreal. Kein Lärm, keine Menschen, die während der Hauptverkehrszeit umherlaufen, kein Getöse in den Clubs – lediglich hin und wieder ein paar Sirenen von Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei – ansonsten völlige Stille in einer sonst so pulsierenden Stadt. Ich fühlte mich am völlig falschen Ort, dies war nicht das New York, an das ich mich in meinen jahrelangen Träumen erinnerte.



Dann zog ich vor ein paar Wochen nach Manhattan, um mich endlich mit der Stadt zu verbinden und mich beim Schlendern durch die schönen und fast unerschwinglichen Stadthäuser meiner Nachbarschaft zu verirren. Es ist noch immer ein seltsames New York, das stark von der Pandemie betroffen ist, aber man spürt einen unglaublichen Wunsch nach „Erlösung“. Die Menschen sprühen vor Begeisterung und Tatendrang, auch wenn nur hinter den Fenstern an ihren Homeoffice Arbeitsplätzen zu sehen oder hinter Masken versteckt: man merkt förmlich, wie alle wieder das normale Leben herbeisehnen. Präsident Biden hat großen Hoffnungen im ganzen Land und bei allen Menschen geweckt, aber leider kämpfen immer noch sehr viele Unternehmen um ihre

Existenz oder müssen schließen. Stadtteile wie das Financial District und Midtown mit dem weltberühmten Times Square und Grand Central sehen immer noch aus wie Geisterstädte.

Dort wo sich normalerweise tausende Touristen oder Pendler tummeln, herrscht nun gespenstische Leere. Weil New York, vielleicht wie keine andere Stadt in den USA, für das Leben,

das Rastlose und Chancen steht, wollten wir als Unternehmen die Herausforderung trotz der denkbar schwierigen Umstände annehmen: Denn wir sind felsenfest der Meinung, dass jetzt

der perfekte Moment ist, um sich vorzubereiten, bevor es dann - hoffentlich recht bald - wieder in vollen Zügen losgeht.


Die Gründung einer Niederlassung in den USA, selbst in normalen Zeiten, kann äußerst riskant sein, bietet aber eben auch enorme Möglichkeiten und Chancen. Als wir dieser Tage die erste Bestellung erhielten, waren die Mengen nicht das, was wir in Europa gewohnt sind. Aber es braucht Zeit und nach und nach werden wir uns auch in den USA einen Namen machen und unseren Platz zwischen all diesen Riesen im Markt finden. Der Weg ist sicherlich ein langer, aber wenn nicht in den USA, wo sonst sollte es möglich sein.


Wir haben kürzlich leider unseren kanadischen Vertreter verloren, Andy, einen lieben Kollegen und Freund, der die Werte unseres Unternehmens sofort verstanden hatte und auch direkt im Markt etablieren konnte. Wir sind noch immer alle sehr bestürzt über den Verlust, aber ganz im Sinne von Andy und genau wie er es getan und gewollt hätte, krempeln wir die Ärmel hoch und gehen mit einem Lächeln voran und schätzen das Wichtigste im Leben – dass wir leben! Unsere großartige

Firma macht einen großen Sprung von den bescheidenen Anfängen in San Donà di Piave nach


New York City: Dieser Schritt ist sicherlich nicht jedermanns Sache!

Liebe Grüße aus NYC

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