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  • Inga

KUCKUCK, KUCKUCK

– ruft der kleine Vogel, wenn die Uhr zur vollen Stunde geschlagen hat. Wer kennt sie nicht, die aufwändig handgearbeiteten, filigranen Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald. Sie genießen Weltbekanntheit und werden heute in fast unveränderter Form hergestellt. Fast, denn ein Hersteller hat sich auf Kuckucksuhren in modernem Design und Material konzentriert. Modern trifft auf traditionell, eine wirklich schicke Kombination, was den Kuckucksuhren eine ganz neue Zielgruppe eröffnet. Aber erstmal zurück zum Ursprung. Was hat es mit dem Kuckuck auf sich und wie sieht die traditionelle Kuckucksuhr aus? Im späten 17. Jahrhundert verdienten Strohflechter, Löffelschmieder, Pfeifen- und Kübelmacher, Weber und Färber im Schwarzwald ihr Brot mit handwerklichem Wissen und Können. Den Anfang stellten einfache Holzräderuhren dar. Im Schwarzwald bekam man schnell mit, dass in Frankreich die Kunde von sehr fein und kunstvoll gearbeiteten Uhren verbreitet wurde. So zog man nach Frankreich, um sich dieser Kunde anzueignen, um dann zurück im Schwarzwald seine eigenen Uhren weiterzuentwickeln. Man brachte Konstruktionsverbesserungen und zweckmäßiges Werkzeug aus Frankreich mit. Intensiver denn je wurden jetzt im Winter Uhren gefertigt, die anfangs durch die Glasträger vertrieben wurden. Mit der Zeit hielt eine immer stärkere Spezialisierung Einzug. Es entwickelten sich eigenständige Berufe – Gestellmacher, Uhrenkastenschreiner, Schildbrettmacher und Schildermaler, Drahtzieher, Räderdreher, Kettenrädermacher, Tonfedermacher und Schnitzer arbeiteten Hand in Hand. Die Bedeutung der Uhrmacherei wuchs so sehr, dass in vielen Gemeinden der Hauptteil der Bevölkerung mit der Uhren-Manufaktur ihr Brot verdienten. Heute finden die handgeschnitzten Kuckucksuhren weltweite Beliebtheit. Im Ausland gilt die Kuckucksuhr nicht nur als Symbol für den Schwarzwald, sondern für ganz Deutschland, aufgrund der kulturellen Gleichheiten und der Verbreitung der Uhren auch für die Schweiz und Österreich. Seit einigen Jahren stieß die Firma Rombach & Haas in Schonach eine Revolution an, die die traditionelle Kuckucksuhr mit zeitgenössischem und poppigem Design kombinierten und modern interpretierten. Es gibt Kuckucksuhren in minimalistischer Quader-, Kubus- und Pyramidenform, in bunten Farben und mit ungewöhnlichen Dekoren. Auch technisch werden zum Teil neue Wege eingeschlagen. So ruht der Kuckuck während der Schlafenszeit oder ein Musikspiel ertönt zusätzlich zum Kuckucksruf. Aber warum wohnt denn jetzt der Kuckuck in der Uhr? Warum kein Hahn oder eine Nachtigall? Die Erklärung ist eigentlich ganz einfach. Der Ruf eines Kuckucks lässt sich vergleichsweise einfach mit nur zwei Tönen nachahmen. Für das Krähen eines Hahns brächte es hingegen mindestens vier Töne und für den melodiösen Gesang anderer Vögel wären unzählige verschiedene Laute von Nöten gewesen. Da aber mehrere Töne immer auch eine Vielzahl an Bauteilen bedeutet hätten, wären die Uhren vom Aufbau her komplizierter, größer und auch wesentlich teurer geworden. Darüber hinaus ist und war der Kuckuck ein im Schwarzwald seit jeher heimischer Vogel. Aus diesem Grund kann davon ausgegangen werden, dass zum einen die Inspiration durch die heimische Tierwelt, als auch die vergleichsweise einfache Bauweise dazu führte, dass ein Kuckuck für die Uhren ausgewählt wurde.




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