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  • Steven

DIGITALE KUNST – WAS IST DAS EIGENTLICH?

Die Entstehung und das Voranschreiten der Digitalisierung beeinflussten die unterschiedlichsten Lebensbereiche und offenbarten grenzenlose Möglichkeiten. Nicht verwunderlich ist es also, dass auch die Kunstbranche durch die veränderten Gegebenheiten und die Vielfalt an Möglichkeiten geprägt wurde.

Als Ende der 1970er-Jahre die ersten Ansätze zu digitalen Kommunikationsnetzwerken gegeben waren, war die digitale Kunst, welche Netzwerke als künstlerisch gestaltbare Medien begreift, geboren. Der Begriff digitale Kunst ist so umfassend wie auch ungreifbar zugleich. Einerseits gibt es die computergenerierte digitale Kunst, welche auf der Basis traditioneller Kunstgestaltungen und Kunstformen mit dem Computer als Werkzeug arbeitet. Das bedeutet, dass Kunstwerke im Bereich der bewegten Bilder wie Video und Film zunehmend durch die Tradition der Medienkunst vorangetrieben werden. Einen deutlichen Kontrast zu dieser Kunstform bildet hingegen die mediale digitale Kunst, welche Computer, Netzwerke oder Mobiltelefone als eigenständige Medien nutzt und auf Basis dessen eigene Kunstformen wie Netzkunst oder digitale Installationen in Richtung Virtual Reality gestaltet. Die mediale digitale Kunstform tendiert zu Interaktivität und Multimedialität. Die Interaktion zwischen Kunstwerk und Mensch steht hierbei im Mittelpunkt. Diese reicht so weit, dass die Kunstwerke und der Mensch ein gemeinsames Netz, nein sogar eine künstliche Welt bilden können. In Kunstausstellungen mit sogenannten Cave Automatic Virtual Environments interagiert der Besucher mit der Kunstinstallation durch Körperbewegung, Geräusche, Laute, Sprache oder über andere Medien mit bestimmten Programmen, die in den meisten Fällen visuell oder akustisch antworten. Diese virtuellen Räumlichkeiten zeichnen sich durch virtuelle und architektonische Aspekte aus. Um dieser Kunstform die optimale Schnittstelle zwischen visueller und auditiver Wahrnehmung zu gewährleisten, eignen sich vor allem Webseiten, Programmoberflächen, Spieloberflächen oder auch softwaregesteuerte Installationen. Für haptische Interaktionen werden raumorientierte Zusatzgeräte eingesetzt.

Das bekannte Festival Ars Electronica in Linz geht auf die entscheidenden Entwicklungen in allen Bereichen der elektronischen Kunst ein, wobei Computerkunst und digitale Kunst ein ständiger Schwerpunkt sind. Außerdem werden hier jährlich herausragende künstlerische Arbeiten mit dem Prix Ars Electronica gekürt, welcher als „Oscar“ dieser Branche angesehen wird. Das Ziel dieses Awards ist es, zu zeigen, dass der Computer und die digitale Technik längst zu wichtigen Werkzeugen für Künstler geworden sind. Wir können also gespannt sein, in welche Richtung die digitale Kunst sich in den nächsten Jahren noch entwickelt.


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