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  • Steven

DIE KULTURELLE KUNST DER KÖRPERBEMALUNG.

Schon seit Urzeiten bemalen die Menschen ihren Körper mit farbigen Materialien. Die Tradition der Körperbemalung reicht zurück bis in die Steinzeit, doch die Techniken haben sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. In unzähligen Kulturkreisen von Asien bis Afrika wird oder wurde die Körperbemalung in einer abgewandelten Form angewandt. Abhängig von Anlass und Situation galt sie als Schmuck zu besonders feierlichen Anlässen, als Kriegsbemalung oder zu rituellen Praktiken. Noch heute wird beispielsweise das rötlich braune Henna in Indien oder dem arabischen Raum zur Verzierung von weiblichen Händen und Füßen zu rituellen oder kosmetischen Zwecken genutzt. So gibt es in den arabischen Kernländern den Brauch der Henna-Nacht, in der die Braut zum Anlass der Hochzeit eine kunstvolle Bemalung mit Henna auf ihre Hände oder Unterarme bekommt.


Auch in der indigenen Bevölkerung Neuseelands, dem Stamm der Maori, herrschte und herrscht noch immer der Brauch der dauerhaften Verzierung von Körper und vor allem dem Gesicht. Bei den Maori galt der Kopf als heiligster Teil des Körpers, weshalb er entsprechend verziert werden sollte. Die Art der Verzierung lies auf eine Art Code schließen und gab genauere Auskunft über die Herkunft und den Rang des jeweiligen Mitglieds. Das sogenannte Moko wurde ursprünglich mit Kratz-und Schabewerkzeugen aus Knochen erzeugt und hinterließ dementsprechend gewaltige Narben in der Haut. Als Farbe wurde eine Mischung aus Kokosöl, gestampften Pflanzenteilen, fein gemahlenem Stein und Ruß verwendet. Seit Anfang der1990er-Jahre wird Moko als Zeichen der Maori-Identität wieder vermehrt getragen- heute jedoch nicht mehr geschabt, sondern nach westlichen Tätowierungstechniken mit Nadeln tätowiert.


Ebenfalls spielt die Körperbemalung auch in Japan bei den Kabuki Schauspielern eine große Rolle. So wird Schminke sehr dick und grell aufgetragen, sodass das ursprüngliche Gesicht versteckt ist und sich nur der darzustellende Charakter auf dem Gesicht des Schauspielers abzeichnet. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass in früheren Kabuki-Theatern die Frauenrollen von Männern gespielt wurden und die Glaubwürdigkeit nur durch reichlich Schminke gewährleistet werden konnte. Auch die in Japan berühmten Geishas nutzen dicke weiße Gesichtsfarbe, um ihre Falten zu verdecken und täuschen mit ihrem rot geschminkten Mund Jugendlichkeit vor. Dadurch können sie sich auch in hohem Alter die Ästhetik beibehalten. Heutzutage ist das so genannte Bodypainting eine eigenständige Kunstform, die in vielen Kreisen und Kulturen angewandt wird. Besonders beliebte Körperstellen sind hierbei der Oberkörper einschließlich Arme und Brust, doch oftmals werden auch die Beine in das Kunstwerk einbezogen.


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